Wörterbuch einer verlorenen Welt

Wörterbuch einer verlorenen Welt

Erschienen am 12.05.2014
Übersetzt von Friederike Meltendorf
256 Seiten
Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-8270-1102-2
€ 19,99 [D], € 20,60 [A], sFr 26,90
Lieferzeit 2 Werktage

 »Ich habe dieses Buch wie im Rausch gelesen - es war mir unmöglich aufzuhören.« Paul Auster

 

Ihr Vater war der Künstler Avigdor Arikha, ihre Mutter die Dichterin Anne Atik, ihr Pate der berühmte Samuel Beckett. Alba Arikhas Erinnerungsbuch erzählt von einer glamourösen Kindheit im Paris der Achtzigerjahre und ist doch auch eine zarte Familiengeschichte unter den Schatten der Shoa.

 

Ihr Leben könnte so leicht sein: Paris, Lippenstift und Eyeliner, Hummus und Schokoladenmakronen, Diskos und Partys, Zigaretten, Serge Gainsbourg, Gary Cooper und Alain Delon, beste Freundinnen und Freunde.

Und Albas Vater ist ein berühmter Künstler. Doch er ist auch ein Holocaustüberlebender, ein intellektueller Snob, gegen alles Moderne, streng mit seinen Töchtern und seiner Frau. »Dein Vater hatte keine Jugend. Er versteht nicht, was du gerade durchmachst.« Und Alba verstehe nicht, was ihr Vater durchgemacht hat. Immer wieder bricht er die Erzählungen seiner Erlebnisse ab und vertröstet Alba: »eines Tages werde ich Dir alles erzählen« - ein zartes Buch, das Buch einer Tochter für ihren Vater, aber vor allem auch für sich selbst.

Leseprobe


1

Nach Karls Tod infizierten sich Pepi und Vigo mit Typhus. Wie auch viele andere, die bei Frau Feinstein nächtigten.
Nach ein paar Tagen waren von den ursprünglich fünfundzwanzig nur noch zehn übrig. Die Leichen wurden in eine Grube geworfen.

Pepi fiel ins Koma. Man musste sie irgendwie retten. Der Blick meines Vaters, der unterdessen wieder gesund war, fiel auf Karls Aktenkoffer.
Die ätherischen Öle. Karl hatte ihm von ihren unterschiedlichen Eigenschaften erzählt.
Mein Vater öffnete den Koffer und rieb Pfefferminze auf Pepis Brust. Dann nahm er Eis vom gefrorenen Boden und rieb ihr [...]

Alba Arikha

Alba Arikha

Alba Arikha, geboren und aufgewachsen in Paris, hat ihre ersten Schreibversuche mit Schützenhilfe von Samuel Beckett unternommen. Sie hat Klavier studiert und eine eigene CD veröffentlicht. Unter dem Namen Alba Branca erschienen bereits der Roman »Muse« und die Sammlung von Kurzgeschichten »Walking on Ice«. Alba Arikha lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in London.

Rezensionen und Pressestimmen

WDR 5 "Scala"


»In diesem Erinnerungsbuch sitzt jeder Satz wie ein Punkt in einem Bild von Monet. Absatz für Absatz fängt Alba Arikha das Lebensgefühl einer schwierigen Adoleszenz ein und zeichnet ganz nebenbei das Porträt des berühmten Vaters. Ein berührendes Buch über das Erwachsenwerden im Schatten der Familiengeschichte.«   

Bolero


»Als Alba Arikha mit dem Schreiben anfängt, schaut ihr Samuel Beckett über die Schulter. [...] "Ich schickte ihm einige meiner Gedichte. Wenn er es mochte, antwortete er mir, wenn nicht, dann nicht." [...]. Hätte sie Mister Beckett diese zart gewebte Familiengeschichte geschickt, er hätte Arikha sicher geantwortet.«    

JOY


»Sensibler Rückblick.«   

Kommentare zum Buch
Kommentieren Sie diesen Beitrag:

(wird nicht angezeigt)
No value found for key "Tx_Fluid_ViewHelpers_FormViewHelper->formObject"

Das könnte Ihnen auch gefallen