Forelle Grau

Forelle Grau

Die Geschichte von OL

Erschienen am 16.02.2015
320 Seiten
Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-8270-1179-4
€ 19,99 [D], € 20,60 [A], sFr 26,90
Lieferzeit 2 Werktage

»OL ist der lebendige Beweis: Humor und Witz, komisches Talent eben, ist keine Gabe, sondern Notwehr.« Katja Lange-Müller

OL (bürgerlich Olaf Schwarzbach) ist Teil der kreativen Untergrundszene von Ostberlin. Viele von ihnen warten auf die Ausreise, machen das Beste aus ihrer Zeit. Sie haben kaum Perspektiven, wenig Respekt und führen ein lustvolles Leben. Mit sechzehn hat er zum ersten Mal Kontakt zur Staatssicherheit, die ihn fortan Forelle nennt - vielleicht wegen seines Nachnamens, vielleicht weil seine Persönlichkeit so schillernd ist wie eine Regenbogenforelle. Als die Stasi während der Durchsuchung einer Wohnungsausstellung Kopien seiner systemkritischen Comics findet, verbrennt er die Originalzeichnungen und flieht.

Eigentlich wollte er nie in den Westen. Direkt und ohne Eitelkeit erzählt OL seine ganz persönliche tragikomische Ost-West-Geschichte - weil er genervt ist von Erzählungen und Mythen über den Osten, die so gar nicht seinen Erinnerungen entsprechen, und weil er vieles anders sieht. Vor allem mit einer großen Portion Humor und Selbstironie.

Leseprobe

Prolog
12 Florence Road, Brighton, UK. So lautete meine Postadresse im Jahr 1993. Eine ruhige Straße mit roten Backsteinhäusern abseits der Souvenirläden, Secondhandshops, Spielhallen und Bed & Breakfasts. Ging man nach links, war man in zehn Minuten am Meer, ging man nach rechts, stand man im Preston Park. Die nächste Zugstation hieß London Road, das nächste Pub The Jolly Brewer.
Am anderen Ende der Florence Road, in der Turnhalle der Downs Infant School, trainierte ich zweimal in der Woche Karate bei Sensei Alan Gibson. Gleich in der ersten Stunde ließ er mich hundert Liegestütze [...]

Olaf Schwarzbach

Olaf Schwarzbach

OL kam 1965 in Ostberlin an der Spree zur Welt. Nach einer Lehre als Offsetdrucker arbeitete er als Kupferdrucker beim Staatlichen Kunsthandel der DDR und flüchtete 1989 vor Wehrdienst und Staatssicherheit nach München. Seit 1991 lebt er wieder in Berlin und zeichnet für verschiedene Medien: unter anderen »Kowalski«, »zitty«, »Der Tagesspiegel«, »Börsenblatt«, »Jungle World«, »tip Berlin« und n-tv. Für das Wochenmagazin der »Berliner Zeitung« entstehen seit 1997 die wöchentlichen Strips »Jürgen der Trinker« und »Die Mütter vom Kollwitzplatz«. 2003 und 2013 wurde er mit dem Deutschen Karikaturenpreis ausgezeichnet. OL ist Vater von zwei Töchtern.

Veranstaltungen

Lesung: Am Mittwoch, 10. August 2016 in Ostseebad Prerow,
OL liest aus "Forelle Grau"
Zeit: 20:00 Uhr
Ort: Kulturkaten Kiek-In, Waldstraße 42 , 18375 Ostseebad Prerow,

Rezensionen und Pressestimmen

SWR2 Tandem


»Das Buch beschreibt sehr schön diesen langsamen Untergang der DDR und wie es immer schlimmer wurde und auch immer mehr Freunde und Bekannte den Ausreiseantrag stellten und dann auch weg waren.«   

rbb Fernsehen "Stilbruch"


»Olaf Schwarzbach, besser bekannt unter seinem Kürzel OL, ist Berlins Chefhumorist und einer der bekanntesten Cartoonisten Deutschlands.«   

Süddeutsche Zeitung


»'Forelle Grau' ist die Geschichte eines Jungen, der nicht deshalb zum Zielobjekt wird, weil er den Staat ablehnt, sondern weil der Staat seine Lebensweise nicht billigt. [...] Die Spitzelprosa ist die amtliche Beglaubigung von OLs eigenen, im Lauf der Zeit naturgemäß unscharf gewordenen Erinnerungen. Das Gedächtnis ist kein verlässliches Archiv, jedenfalls nicht so zuverlässig wie die Stasi-Unterlagen-Behörde.«   

der stacheldraht


»Das Lektorat Katja Lange-Müllers war dem Text sicher zuträglich und darf als heimliches Gütesiegel angesehen werden. Eines der besten Bücher über die DDR – Chapeau, OL!«   

Deutschlandradio Kultur "Kompressor"


»Er ist einer der profiliertesten Karikaturisten in Deutschland: OL. Jetzt hat Olaf Schwarzbach seine Autobiografie geschrieben - und präsentiert einen ganz eigenen Blick auf die DDR.«   

flux fm


»Die Cartoons von OL sind bekannt aus Zeitungen wie Die Zeit, Der Tagesspiegel, Berliner Zeitung und Jungle World. Gleich 2 neue Werke hat er in der Röhre: Die Cartoonsammlung 'Cosmoprolet: Ein Mann räumt auf' und das biografische 'Forelle Grau', dort erzählt Olaf Schwarzbach seine persönliche Geschichte zwischen den beiden deutschen Staaten.«   

rbb Kulturradio


»Nun hat er eine Autobiografie über die ersten 25 Jahre seines Lebens vorgelegt: darüber, wie er in der DDR aufgewachsen ist und sich in der kreativen Untergrundszene von Ost-Berlin rumgetrieben hat.«   

Der Tagesspiegel


»Denn OL [...] hat einen trockenen Humor, mit dem er auch tragische Episoden zu einem unterhaltsamen Leseerlebnis macht.«   

WDR 5 "Neugier genügt"


»Was OL beschreibt, ist ein Leben in einem muffigen, humorlosen Staat. Ohne große Pose, eher lakonisch ist sein Stil auch dann, wenn er schildert, wie er immer wieder aneckte und zunehmend bewusst aus der Reihe tanzte. Er vermittelt den Eindruck, dass der Protest eher einem inneren Impuls entsprang, einem Frust und Trotz, auch dem Spaß am Widerstand und weniger irgendwelchen großartigen Idealen oder einem tiefer empfundenen Leiden an den Zuständen.“«   

rbb radio eins


»Das Buch hat es in sich. Es erzählt vom frühen Tod der Mutter, dem anarchischen Erwachsenwerden in der DDR und von der Flucht in den Westen.«   

Kommentare zum Buch
1. Forelle Grau
Marie Haff am 15.01.2016 - 23:02:58

Olaf Schwarzbachs Buch "Forelle Grau" zählt zu meinen Lese Hight Lights 2015 .   Danke an den Autor und den Verlag für ein Buch, das die Gesellschaft einer ostdeutschen Generation zwischen 1955 und 1975 so facettenreich unter die Lupe nimmt. Die manipulativen, unterdrückenden, perfiden Seiten der DDR-Diktatur werden beleuchtet aus dem Erleben eines jungen sensiblen Beobachters, der seine eigene Widerständigkeit entwickelt. Persönlich authentisch, ohne lästige Ostalgie und voller Humor bietet der Autor Einblick in das Milieu von Individualisten in einem unfreien Land. Das Buch ist ein sehr gelungener Beitrag zur DDR- Geschichte, der nicht relativiert, sondern klarsichtig und scharf erinnert. Mit „oligem“ Humor , „Mutterwitz“, ganz in der Tradition eines Eulenspiegel setzt Schwarzbach den immer noch gegenwärtigen treuen DDR- und Stasi-Anhängern seine Lesart entgegen. Wunderbar!          

2. Forelle Grau
Tina Herzberg am 01.10.2015 - 15:40:23

ein wunderbares Buch für die Leute, die in den 60ern und 70ern in Ostberlin grossgeworden sind, so wie ich z.B. Man erkennt alles wieder und möchte sich noch mal in dieser Zeit verirren. Mit Forelle Grau gelingt es ganz ausgezeichnet. Für ältere oder jüngere Leser ist es eine spannende Zeitreise, hochaktuell und als Geschenk für uns Babyboomer sicher ein Gewinn. Danke, OL !

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