Die Ewigen

Die Ewigen

Roman

Erschienen am 10.06.2014
Übersetzt von Sabine Giersberg
448 Seiten
Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-8270-1187-9
€ 24,99 [D], € 25,70 [A], sFr 33,90
Lieferzeit 2 Werktage

»Ein eindringlicher Roman von einem der wichtigsten Schriftsteller Argentiniens.« La Razón

Juan Domingo Remondo, genannt Nito, erblickt genau an jenem Tag das Licht der Welt, an dem sich ganz Argentinien nur für eines interessiert: den Tod seines Namensvetters Juan Domingo Perón. Ein bloßer Zufall? Als Nito herausfindet, dass sein verschwunden geglaubter Vater bei einem Autounfall starb, sinnt er auf Rache. Er schreibt dem verantwortlichen Fahrer einen anonymen Brief – und erläutert ihm darin, wann und auf welche Weise er ums Leben kommen wird. Ein einzigartiges Talent zeigt sich: Nito kann vom Sterben erzählen wie kein Zweiter. Seine Fähigkeit bleibt nicht lange unentdeckt. Ein ehrgeiziger Pastor will sie sich zunutze machen, um abtrünnige Gemeindemitglieder Todesangst und Gottesfurcht zu lehren. Ein alternder Performance-Künstler indes verfolgt ein ganz anderes Ziel: Er möchte die Grenze zwischen Diesseits und Jenseits, zwischen Lebenden und von der Bildfläche verschwundenen Toten aufheben.

Mit schier unerschöpflicher Sprachgewalt verwebt Martín Caparrós in seinem neuen Roman lebensphilosophische und kulturkritische Reflexion mit der großen Kunst des Erzählens. Und enthüllt schließlich nicht weniger als das Geheimnis der Endlichkeit.

 

Furios und scharfsinnig: »Die Ewigen« ist die Geschichte eines Mannes, der die Spielregeln unseres Lebens ändert. Gesponnen von einem Erzähler, dessen bissiger Humor seinesgleichen sucht.

 

Leseprobe

I. DER URSPRUNG

 1

Als ich geboren wurde, regnete es, aber das interessierte niemanden. In Wahrheit interessierte sich an dem Tag niemand für irgendetwas, so hieß es zumindest: An dem Tag geziemte es sich, jedem, der hinsah, zu zeigen, dass einen einzig und allein der große Tod des Jahres, des Jahrzehnts, ja, des Jahrhunderts, interessierte: An dem Morgen, an dem ich das Licht der Welt erblickte, starb Juan Perón, und alle wollten wem auch immer beweisen, dass alles andere bedeutungslos war. Es gibt Tage, an denen die Einwohner eines Landes sich an ihrem Schmerz ergötzen, denn der [...]

Martín Caparrós

Martín Caparrós

Martín Caparrós wurde 1957 in Buenos Aires geboren. Er ging 1976 ins Exil, studierte in Paris an der Sorbonne Geschichte, lebte in Madrid und New York, leitete Literaturzeitungen und übersetzte u.a. Voltaire, Shakespeare und Quevedo. 1992 erhielt er den Premio Rey de España und 1994 ein Guggenheim-Stipendium. Im Berlin Verlag erschien sein Buch "Wir haben uns geirrt". Er lebt als Schriftsteller und Journalist in Buenos Aires und zählt zu den führenden Intellektuellen seines Landes.

Rezensionen und Pressestimmen

dpa


»Caparrós Geschichte ist ebenso originell wie verwegen. Selten ist über Tod und Sterben einerseits so abstoßend, andererseits aber auch so komisch geschrieben worden. Indem er immer am Rande des Grotesken entlang schlittert, nimmt der Autor dem so detailvoll ausgemalten Tod auch wieder seinen Schrecken.«   

Deutschlandradio Kultur "Buchkritik"


»In "Die Ewigen" ist Martín Caparrós nicht zimperlich bei der Wahl seiner Mittel. In seinem bösartig zugespitzten Roman beschwört er den Tod plastisch und kenntnisreich - wie in einer Barockpredigt.«   

SPIEGEL online


»Dieses Buch ist sterbensschön. [...]. "Die Ewigen" ist ein faszinierender, kluger Entwicklungsroman, in dessen Hintergrund sich eine blutig umkämpfte Phase argentinischer Geschichte abspielt.«   

Cosmopolitan


»Bissig und komisch erzählt Martín Caparrós von der Jugend in der Militärdiktatur Argentiniens Anfang der 80er. [...]. Das klingt nicht nur irre, sondern ist es auch. Normal kann ja jeder.«   

Kurier Wien


»Caparrós dichter Roman ist ungewöhnlich, explizit, grauslich, lustig, unverschämt. Und voller Überraschungen.«   

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