Der Freud-Komplex

Der Freud-Komplex

Eine Geschichte der Psychoanalyse in Deutschland

Erschienen am 10.03.2014
400 Seiten
Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-8270-1198-5
€ 23,99 [D], € 24,70 [A], sFr 32,50
Lieferzeit 2 Werktage

Die Deutschen auf der Couch

Mit Sigmund Freud lässt sich das 20. Jahrhundert erzählen: Er war der Erforscher des Unbewussten, ein Bürgerschreck, dessen Lehren über Verdrängung, Neurosen und die Macht der Träume unseren Blick auf das menschliche Dasein verändert haben. Nirgendwo wurde seine Lehre so heftig diskutiert wie in Deutschland.

 

Die einen feierten Freud als Befreier von bürgerlichen Moralvorstellungen, die anderen beklagten seine Lehre als rationales Aufklärungsprojekt, das der deutschen Seele zutiefst fremd sei.

Anthony D. Kauders legt in seinem Buch die Deutschen auf die Couch: Wie haben sie auf Freud und seine Ideen reagiert? Was verraten die Reaktionen über ihr Verhältnis zur Sexualität, zur Gewalt und die Vorstellungen vom »bürgerlichen Ich«, von Ohnmacht und Selbstbestimmung? Und wie haben sich die Einstellungen zur Psychoanalyse im Verlauf des 20. Jahrhunderts verändert?

Der Autor zeigt auf verblüffende Weise, wie wir anhand der Auseinandersetzung mit Freud die Ideale und Utopien, die Ängste und Hoffnungen der deutschen Gesellschaft rekonstruieren können. Ein überraschendes Sittengemälde und ein ebenso faszinierendes wie abgründiges Panorama der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Leseprobe

1

1913: Sexualität

 

Ein Jahr vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs gärt es im Deutschen Kaiserreich. Seit einigen Monaten sind die Sozialdemokraten stärkste Fraktion im Reichstag, was von konservativer Seite mit Argwohn beobachtet wird. Zwischen Deutschland und Großbritannien nehmen die Spannungen zu, nicht zuletzt wegen der Aufrüstung der deutschen Flotte. Gleichzeitig kommt das Militär durch Willkürakte in Verruf, was zum ersten Missbilligungsvotum gegen einen deutschen Reichskanzler führt. In Berlin gründet Rudolf Steiner die Anthroposophische Gesellschaft. Else Lasker-Schüler und [...]

Anthony D. Kauders

Anthony D. Kauders, geboren 1967 in Zürich, studierte Geschichte an der London School of Economics und der Universiät Oxford. Forschungs- und Lehrtätigkeiten führten ihn an die Universitäten Tel Aviv und Jerusalem. Seine zahlreichen englisch- und deutschsprachigen Publikationen sind unter anderem bei Oxford University Press, Wallstein und C. H. Beck herausgekommen. Zuletzt erschien sein Buch "Unmögliche Heimat. Eine deutsch-jüdische Geschichte der Bundesrepublik" (DVA, 2007), das im In- und Ausland starke Beachtung fand und als Standardwerk gilt. Zur Zeit unterrichtet er an der Keele University in England und forscht an der Universität München. Er lebt in München und in der Nähe von Stoke-on-Trent.

Rezensionen und Pressestimmen

Literaturen


»Entstanden ist mit dem "Freud-Komplex" eine coole, anspruchsvolle und bis zur letzten Zeile spannende Analyse. [...]. Hier führt Kauders gelassen durch die teils abenteuerlichen antisemitischen Debatten um Ludwig Klages und C.G. Jung und arbeitet vor allem den antibürgerlichen Affekt des Nationalsozialismus heraus. [...]. Das souverän geschriebene und glänzend recherchierte Buch setzt allerdings, damit sich der Lesegenuss voll entfalten kann, Wissen voraus.«   

Philosophie Magazin


»Zu den aufschlussreichsten Passagen dieser klugen ideen- und mentalitätsgeschichtlichen Studie gehören jene, in denen Kauders das ambivalente Verhältnis der 68er zur klassischen Psychoanalyse untersucht.«   

lernwelt.at


»Der Autor zeigt auf verblüffende Weise, wie wir anhand der Auseinandersetzung mit Freud die Ideale und Utopien, die Ängste und Hoffnungen der deutschen Gesellschaft rekonstruieren können. Ein überraschendes Sittengemälde und ein ebenso faszinierendes wie abgründiges Panorama der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts.«   

kultur-punkt.ch


»Es ist nicht nur lese-, sondern auch seelen- freun(d)lich, wenn es ein Leseband gibt wie im tiefsinnigen Buch "Der Freud-Komplex" von Anthony D. Kauders. [...]. Ein stets aktuelles Diskursbuch zur Seelenlebensbetrachtung.«   

Ö1 "Kontext"


»Wie verhielten sich die Deutschen zur Lehre Freuds? Wie dachten sie über das Ich, das Unbewusste und die Sexualität? Und was verrät die Freud-Rezeption über die "Leit- und Menschenbilder, die Ideale und Utopien, die Ängste und Hoffnungen einer Gesellschaft"? Das versucht Anthony Kauders herauszufinden.«   

Kommentare zum Buch
1. Der Freud Komplex
elisabeth herrscher am 30.04.2014 - 15:27:05

Hat Anthony Kauders mit dem Prof. für Psychologie Kauders zu tun, der von1946 an Dozent an der Uni für Psychiatrie neben Stranksy und Nowotny in Wien war? Würde mich über eine Nachricht freuen. Habe dann grosses Interesse über einen Austausch vor allem auch i. S. Individualpsychologie und dort in Bezug auf Dozent Dr. Nowotny, der mit Kauders 1938 aus der Gesellschaft für Psychotherapie .. entfernt wurde und auch mit Kauders parallel an der Uni Wien als Dozent berufen wurde.

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