Der Dieb in der Nacht

Der Dieb in der Nacht

Roman

Erschienen am 31.08.2015
320 Seiten
Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-8270-1279-1
€ 20,00 [D], € 20,60 [A], sFr 26,90
Lieferzeit 2 Werktage

»Katharina Hartwell kann zaubern« Clemens J. Setz

Zehn Jahre nachdem Felix verschwunden ist, sitzt Paul in einer Prager Kellerbar plötzlich seinem besten Freund gegenüber. Zumindest ist Paul im einen Moment sicher, ihn vor sich zu haben, im nächsten sieht der Mann Felix nicht einmal mehr ähnlich. Paul gerät in den Bann jenes Mannes, der sich Ira Blixen nennt, sich bewegt wie Felix, ihn anschaut wie Felix und ein Muttermal an der gleichen Stelle am Handgelenk hat. Kann es Zufall sein, dass Blixen vor Jahren bewusstlos aus dem Fluss gezogen wurde und keine Erinnerung an seine ersten 20 Lebensjahre besitzt? Blixen folgt Paul nach Deutschland, und es entwickelt sich ein Vexierspiel um Verlust, Identität und Sehnsucht, um Angst, Definitionen von Wirklichkeit und die Frage, wie sich über die Leerstelle sprechen lässt, die das Verschwinden eines Menschen in die Leben seiner Nächsten sprengt.

Leseprobe

My friend once told me something so right
He said to be careful of thieves in the night
(Hot Chip: Thieves In The Night)

»Die einzig wirklich wirklichen Dinge«, sagte er nachdenklich, »das sind die, die sich selbst schaffen und anderen Dingen überhaupt nicht ähnlich sehen müssen. In meinem Haus in Paris habe ich einige wirklich wirkliche Dinge, denen ich geholfen habe, sich selbst zu schaffen – Blumen und Vögel und Regenbogen und Berge und eine Dame, die in den Fluß springt, weil sie unglücklich ist. Sie singen und duften und springen in den Fluß, ganz von sich aus, so daß ich zuweilen [...]

Katharina Hartwell

Katharina  Hartwell

Katharina Hartwell, 1984 geboren, studierte Anglistik und Amerikanistik sowie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Sie war u.a. Gewinnerin des MDR-Literaturpreises und Stipendiatin des Landes Hessen und des Freistaates Sachsen. 2013 war sie die Sylter Inselschreiberin.

Ihr erster Roman »Das Fremde Meer« wurde begeistert aufgenommen und mit dem Hallertauer Debütpreis und dem Förderpreis für phantastische Literatur Seraph ausgezeichnet. Sie lebt in Berlin.

Veranstaltungen

Lesung und Gespräch: Am Donnerstag, 02. Juni 2016 in Darmstadt
Katharina Hartwell liest aus "Der Dieb in der Nacht"
Zeit: 20:00 Uhr
Ort: Künstlerhaus Ziegelhütte, Kranichsteiner Str. 110 , 64289 Darmstadt

Rezensionen und Pressestimmen

Trierischer Volksfreund


»Unheimliche Familiengeschichte, spannend konstruiert und an manchen Stellen leicht gruselig.«   

Göttinger Tageblatt


»Ein spannendes, vielschichtiges Buch, elegant und fesselnd erzählt.«   

Deutschlandfunk "Büchermarkt"


»Elegant und doppelbödig inszeniert sie ein Spiel von Täuschung und Selbsttäuschung. […]. Katharina Hartwell ist eine Autorin, die sich elementar von Kollegen ihrer Generation unterscheidet. Das rein realistische Erzählen interessiert sie nicht.«    

Frankfurter Rundschau


»Das klingt nach dem Stoff für einen Kriminalroman. Doch Autorin Katharina Hartwell entwickelt daraus eine moderne Gespenstergeschichte. 'Der Dieb in der Nacht' ist ein Gruselstück, in dem Angst, Verunsicherung und Erschrecken durch die dünne Membran von Gewissheiten hindurchsickern.«   

ORF FM4


»'Der Dieb in der Nacht' heißt Katharina Hartwells zweiter Roman, der sich nach und nach zu einem grandiosen Psychothriller entwickelt. Vielleicht ist die Bezeichnung Psychothriller zu viel, aber vielleicht ist sie auch noch nicht genug. Der Roman 'Der Dieb in der Nacht' zieht uns in den Bann einer Geschichte, die ganz unaufgeregt erzählt wird – doch genau diese gespenstische Gelassenheit von Hartwells Worten stellt uns die Nackenhaare auf.«   

abi.unicum.de


»'Der Dieb in der Nacht' ist ein fantastischer Schauer-Märchen-Roman mit nervenzerreibender Story. […]. Zudem ist Hartwell die absolute Meisterin der Bandwurmsätze. Trotz ihrer Länge erscheinen die manchmal über halbe Seiten wabernden Sätze kurz und knackig.«   

emotion


»Katharina Hartwell legt falsche Fährten, lockt den Leser in die Falle: Was glauben wir, nur weil wir es glauben wollen? Ein kafkaeskes Vexierspiel!«   

sharonbakerliest.blogspot.de


»Ein wirklich tolles Buch mit viel Tiefgang und einem perfektem Ende.«   

soundsandbooks.com


»Der Roman trägt mysteriöse, unergründliche und bedrohliche Züge, eine Spur Edgar Allen Poe und eine Prise David Lynch gepaart mit Anleihen von Patricia Highsmiths Tom Ripley-Geschichten. 'Der Dieb in der Nacht' ist perfekt von Katharina Hartwell konstruiert […]. Düster, aber spannend.«   

Buchkultur


»Spannend und einfühlsam erzählte Geschichte darüber, wie der Verlust eines Mitglieds einer Gruppe zusetzt.«   

rbb Kulturradio


»Eine große Stärke dieses Buches ist dabei das psychologische Feingefühl, mit dem Hartwell den Schwebezustand zum Programm erhebt. Die Autorin setzt immer wieder von einem neuen Blickwinkel aus an, erzählt die Handlung dramaturgisch gekonnt um die Leerstelle herum, aus wechselnden Perspektiven, mit eingeflochtenen Rückblicken.«   

NDR Kultur "9 Sekunden Rezension"


»Ein Horrorroman ohne Horror. Seelenzermürbend lakonisch.«   

Kulturradio vom rbb


»Katharina Hartwell entwickelt ein Vexierspiel um Verlust, Identität und Sehnsucht.«   

Der Tagesspiegel


»Vor 20 Jahren verschwand Pauls bester Freund. Eines Tages glaubt er, ihn wiederzusehen. Der Doppelgänger nennt sich jedoch Ira und hat bei einem Unfall jede Erinnerung verloren. Wie soll Paul das Identitätsrätsel lösen?«   

Berliner Zeitung


»Kippende Gewissheiten, magisch, ominös, im Rätselhaften schwebend, und doch geerdet ist auch die Sprache. Hartwells Stärken sind das Beobachten und Ausdenken, das luftig leichte Formulieren und Erzählen mit Perspektivwechseln und klug eingewobenen Rückblenden.«   

NDR "Sonntagsstudio"


»Katharina Hartwell, eine Ausnahmekönnerin im Handwerk des düsteren Schreibens«   

licentiapoeticae.blogspot.de


»Ich habe knietief in diesem Buch gesteckt, gefühlt, was Paul gefühlt hat, wenn er Blixen angesehen hat, und ihm und auch Louise von Herzen gewünscht, dass sich alles aufklärt und gut wird. In jedem Fall hat sie hier ein Buch geschaffen, auf das man sich in Ruhe einlassen muss - einfach so zwischen Tür und Angel runter lesen wird ihm nicht gerecht.«   

Berner Zeitung


»Dieses Buch zieht in seinen Bann.«   

MünsterlandZeitung.de


»Eine Geschichte, die den Leser bewusst irritiert, auch weil sie die verschiedenen Blickwinkel der Menschen, die Felix vermissen, genau aufzeigt. Es lohnt sich, sich auf diesen Roman einzulassen.«   

WDR 5 "Neugier genügt"


»'Der Dieb in der Nacht' ist ein aus wechselnden Perspektiven erzählter dunkler, beinahe unheimlicher Roman, gut gebaut, erzählt und geschrieben.«   

Süddeutsche Zeitung


»Hartwell sucht das Dunkle, das Unheimliche, das Surreale, und sie bedient sich dabei einer Sprache, die an den Tonfall des Märchens angelehnt ist, ohne jedoch die Brücken zur Gegenwart abzubrechen. […]. Hartwell ist klug genug, sich selbst und dem Leser alle Möglichkeiten offenzulassen. Das macht ihren Roman umso beunruhigender.«   

lifeofliterature.wordpress.com


»Geschickt versteht Hartwell auch in diesem Roman, Realität und Fantastisches zu verbinden und ineinander übergehen zu lassen.«   

wasliestdu.de


»Ein sehr gelungener Roman über die Realität, den Verlust, Identität und Sehnsucht - das Verhalten der Zurückgebliebenen und ihre Hoffnung.«   

Westdeutsche Allgemeine Zeitung


»Die Autorin ist Anfang 30 und schafft in ihrem Buch ein spannendes Stück zum Thema Identität.«   

Buchbesprechungen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels


»Metaphernreich und sprachgewandt erzählt Hartwell dieses schier unerträgliche Hin- und Her der Gefühle.«   

Börsenblatt


»Vieles bleibt unausgesprochen in diesem Roman – die daraus resultierende Unsicherheit erzeugt eine Spannung, die das Buch von Anfang bis Ende durchzieht. Hartwells düstere Beschreibungen Prags und der Romanfiguren lassen den Leser gebannt die Seiten umblättern.«   

hr 2 Kultur


»'Der Dieb in der Nacht' spielt in einem Grenzgebiet zwischen Albtraum und Aufwachen. Wie schon in ihrem Debütroman 'Das Fremde Meer' demonstriert Katharina Hartwell, dass sie mit dem Realismusanspruch ihrer Generationsgenossen wenig anfangen kann. Stattdessen hat sie ein spannendes und versponnenes, eigenwilliges und motivisch fein vernetztes Buch über Täuschung und Selbsttäuschung geschrieben.«   

literaturkurier Newsletter


»Ein düsteres, unheimliches Buch, das raffiniert zwischen Realität und Fantastik hin und her springt. Katharina Hartwell schreibt sprachlich unglaublich eindrucksvoll, aber auch herausfordernd und führt den Leser lange und immer wieder in die Irre.«   

Deutschlandradio Kultur "Frühkritik"


»Das Prag des Golem taugt auch im 21. Jahrhundert als Ort für ziemlich unheimliche Gespenstergeschichten.«   

MADAME


»Wie ein Krimi liest sich Katharina Hartwells Roman 'Der Dieb in der Nacht'. Darin erforscht sie die Lücken, die das Verschwinden des jungen Mannes im Leben von dessen Mutter, Schwester und bestem Freund hinterlässt.«   

neuewoertichkeit.de


»Katharina Harwell beweist auch in ihrem zweiten Werk, dass sie ihr Handwerk meisterlich beherrscht.«   

Freundin


»Schon für ihr Debüt 'Das Fremde Meer‘ bekam die deutsche Schriftstellerin Katharina Hartwell viel Lob – und auch ihr zweiter, düsterer Roman ‚Der Dieb in der Nacht‘ besticht durch seine scharf gezeichneten Charaktere und die sich immer weiter aufbauende Spannung.«   

KREUZER


»Verkopfte Germanistenromane sind Katharina Hartwells Sache nicht. In ihrem ersten Roman 'Das fremde Meer' experimentierte sie mit Märchen und Fantasy, ihr zweites Buch ist ein veritabler Gruselroman.«   

BuchMarkt


»Beeindruckt hat mich diesmal Katharina Hartwell, die mit ihrer poetischen Sprache das mysteriöse psychologische Verwirrspiel 'Der Dieb in der Nacht' zu einer ganz besonderen Entdeckung für mich gemacht hat.«   

Weser-Kurier


»Thrillerelemente und Psychogramm verweben sich in 'Der Dieb in der Nacht' zu einem exquisiten Spannungsbogen. Je mehr sich Louise und Paul dem geheimnisvollen Gedächtnislosen offenbaren und hingeben, desto mehr lassen sie sich von ihm umgarnen und einnehmen. Mit feinem Gespür für die Widersprüchlichkeiten der menschlichen Seelen steckt Hartwell die Grenzgebiete ab zwischen Liebe und Gier, echter Zuneigung und dem verzweifelten Bestreben, die eigene innere Leere zu füllen.«   

amazon.de


»Dieser Roman ist ein Vexierspiel um Realität, Identität und Sehnsucht.«   

bücher


»Katharina Hartwells zweiter Roman ist ein kunstvoll komponiertes Spiel der Figurenwahrnehmung. Packend, einzigartig und von fast schon schmerzhafter Feinfühligkeit. […]. Die ungewissen Fakten und die magisch anmutende Sprache machen diesen Roman zu einem brillanten Text über Sehnsucht, Wünsche und Verlusterfahrung am Rande der eigenen Existenz.«   

Kommentare zum Buch
1. Eine wahnsinnig tiefgehende Geschichte
Susy Bookdibluempf am 03.01.2016 - 13:25:28

Eine wahnsinnig tiefgehende Geschichte über das Verschwinden und vielleicht Wiederfinden eines geliebten Menschen.   Felix ist vor über 10 Jahren verschwunden und nicht wieder aufgetaucht. Trotz der langen Zeit sucht sein bester Freund Paul und Felix Schwester Lousie immer wieder nach ihm und haben ihn noch nicht aufgegeben. Obwohl sie immer wieder den Verlust und die Enttäuschung über die Jahre hinweg spüren, haben sie immer noch einen kleinen Funken Hoffnung in sich.   Als Paul in Prag auf einen düsteren Mann trifft, denkt er zuerst überhaupt nicht an Felix. Denn ähnlich sieht er ihm auf den ersten Blick nicht. Doch je näher er ihn betrachtet, desto mehr ähnelt er seinem verschwunden Freund. Sein Muttermal, seine Art, sein Verhalten. Könnte es Felix sein?   Die Autorin hat einen interessanten und spannungsgeladenen Roman geschaffen. Die Gedanken über einen Verlust und die ständige Hoffnung die man in sich trägt hat sie voller Emotionen aufgeschrieben. Das vielleicht Wiederfinden oder besser gesagt zu glauben man hat etwas wiedergefunden ist so stark ausgeprägt und überlagert manchmal das Gefühl neutral und sachlich zu beurteilen.   Haben sie Felix wiedergefunden? Es ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Auf der einen Seite sind sie sich sicher ihren Felix wiederzuhaben, auf der anderen Seite kann er es überhaupt nicht sein.   Ein sehr gelungener Roman über die Realität, den Verlust, Identität und Sehnsucht - das Verhalten der Zurückgebliebenen und ihre Hoffnung.  

2. Beklemmend: Der Dieb in der Nacht
Charlisabeths Nivis Pluma am 11.09.2015 - 13:49:55

Kurz nach dem Abitur an einem heißen Sommernachmittag geht Felix los, eine Cola an der Tankstelle holen. Er kommt an diesem Nachmittag nicht wieder, auch nicht am Abend, in der Nacht, den darauffolgenden Tagen, Wochen, Monaten, Jahren. Zehn Jahre ist dieser Nachmittag schon her, kein Wort von Felix, keine Spur, keine Gewissheit, was damals mit ihm passiert ist. Warum oder wohin er verschwunden ist. Paul, Felix bester Freund, hat ihn noch immer nicht aufgegeben, glaubt ihn in diesen zehn Jahren auch schon ein paar Mal gefunden zu haben, jedes Mal eine neue Enttäuschung. Als er in Prag in einer düsteren Kellerbar auf einen mysteriösen Mann trifft, der Felix auf den ersten Blick nicht ähnlich sieht, trifft es ihn mit voller Wucht: Felix. Ist dieser Mann ohne Erinnerung sein Felix? Auch Louise, Felix Schwester, sucht immer noch nach ihrem Bruder. Aber Ira Blixen, der Mann, dem Paul in Prag begegnet ist und der ihm nach Berlin folgt, hat keinerlei Ähnlichkeit mit ihrem Felix - oder doch? Etwas an ihm, seine Art sich zu bewegen, das Muttermal, seiner Faszination für das Morbide, diese unscheinbaren Kleinigkeiten erinnern sie an Felix. Ihre anfängliche Unsicherheit weicht immer mehr der Gewissheit, Felix endlich gefunden zu haben, obwohl sich sowohl bei Paul als auch bei Louise ein unbestimmtes Unwohlsein nicht abschütteln lässt. Denn ist der Mann, der sich Ira Blixen nennt, wirklich Felix?   Katharina Hartwells zweiter Roman „Der Dieb in der Nacht“ glänzt durch seine außergewöhnlich kraftvollen Sprachbilder und das stetig wachsende Gefühl der Beklemmung, welches Hartwell fast unmerklich im Verlauf des Romans steigert. (...) Ein starker Roman über Identität, Verlust und die zerstörerische Kraft der Sehnsucht ist Katharina Hartwell mit „Der Dieb in der Nacht“ gelungen. Unnachahmlich spielt sie mit Sprache, mühelos erschafft sie bedrückende Metaphern und unvergesslich treffende Sprachbilder. Den Leser lassen das Gefühl der Bedrohung, der Beklemmung den ganzen Roman über nicht los, schmerzhaft bewusst bleibt die Unsicherheit, die Louise und Paul trotz aller Zweifel zu verdrängen suchen.   Meine komplette Rezension findet ihr hier: charlisabethsnivispluma.blogspot.de/2015/09/beklemmend-der-dieb-in-der-nacht.html

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