Der Besuch

Der Besuch

Roman

Erschienen am 11.08.2014
Übersetzt von Mirjam Pressler
416 Seiten
Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-8270-1194-7
€ 22,99 [D], € 23,70 [A], sFr 30,90
Lieferzeit 2 Werktage

»Licht und dunkel, bitter und komisch. Ein ergreifender Roman!« Zeruya Shalev

Es ist der Sommer der nicht so fernen Katastrophen. Eine ungewöhnlich hartnäckige Hitze liegt über Jerusalem, ein Wohnhaus stürzt ein, ein Junge verschwindet. Nili und Nataniel haben eine Woche ohne Kinder vor sich, als ein Anruf aus Paris die empfindliche Balance ihres Lebens stört. Duclos, ein französischer Millionär, kommt nach Israel und will sie treffen. Jahre zuvor war er ihnen bei einem unseligen Vorfall in einem Pariser Sternerestaurant zu Hilfe gekommen. Nie haben sie einander eingestanden, was an jenem Abend wirklich geschah.

Hila Blums Debüt erzählt nicht nur die Geschichte dieses Paares, Nili und Nataniel, ihrer verborgenen Seiten, Sehnsüchte und nie offenbarten Geheimnisse; es ist ein Roman, der das Porträt einer modernen Familie zeichnet. Blum spürt die Risse in der Fassade auf, Momente der Unsicherheit, die man vielleicht zu schnell kaschiert, Gefühle, die man zu rasch unterdrückt hat. Ein großer Familienroman aus Israel, eine Autorin, deren Stilgefühl und klarer, kluger Blick verblüffen.

 

Leseprobe

Davor    

Es gibt Dinge, die können nur in den schmalen Spalten der Nachlässigkeit geschehen, der Unaufmerksamkeit, in einem Wirbel aus Trägheit und Licht. Plötzlich entspringen sie der Phantasie und landen im gelebten Leben.

Erklärungen werden erst später gesucht. Die Augen der Sprecher sind feucht, sie glänzen mit falschem Feuer wie die Edelsteine in Kinderschmuck. Sie behaupten alle glühend, gefühlsbetont, jeder auf seine persönliche Art, dass sie nicht wussten, was sie taten, dass sie es nicht bis zum Ende durchdacht hätten. Sie hätten zu ihrer Zeit nur eine Seite weiterblättern [...]

Hila Blum

Hila Blum

Hila Blum, 1969 in Jerusalem geboren, lebte auf Hawaii, in Paris und New York. Sie war als Journalistin tätig und arbeitet seit vielen Jahren als Lektorin. »Der Besuch« ist ihr erster Roman. Hila Blum lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Jerusalem.

Medien


Rezensionen und Pressestimmen

buch aktuell - Taschenbuch Magazin


»Ein großer Liebes- und Familienroman, dessen Intensität zu Herzen geht. Aus dem Hebräischen übersetzt von Mirjam Pressler.«   

rbb Inforadio "Quergelesen"


»Ein sensibles Porträt von einer Patchworkfamilie vor dem Hintergrund der geteilten Stadt Jerusalem.«   

Rheinische Post


»Mit behutsamen Worten erzählt die Israelin Hila Blum von der Liebe, einer Hochzeitsreise, einem jungen Paar, einer Familiengründung und all den Abgründen, die sich selbst im sensibelsten Miteinander auftun. Ihr Ton ist sanft, doch Blum erzählt mit größter, psychologischer Tiefenschärfe – bis es schmerzt. Dieses Debüt ist eine Entdeckung.«   

NDR "Kulturspiegel"


»Ein erstaunliches Debüt! […]. Hila Blum schreibt genauso, wie Menschen in außergewöhnlichen Situationen leben, denken, fühlen.«   

ZEIT Magazin


»Roman über eine lang vergessene Nacht in Paris«   

Mannheimer Morgen


»"Der Besuch" ist das fulminante Roman-Debüt der 1969 in Jerusalem geborenen Hila Blum. Die Autorin zeichnet ein sensibles Porträt eines modernen Paares und legt die Risse in der Fassade einer vermeintlich glücklichen Familie frei.«   

Myself


»Sehr gefühlvoll und sprachlich brillant erzählt die israelische Autorin die Geschichte einer Familie, die so heil gar nicht ist.«   

Missy Magazine


»In unchronologischen Vignetten widmet sich Autorin Hila Blum einer Patchwork-Familiengeschichte. Dabei kehrt sie immer wieder zu anfänglich skizzierten Ereignissen zurück, geht ins Detail, ohne je an Tempo und Zusammenhalt zu verlieren. Ein filmreifer Debütroman.«   

Der Freitag


»Das Sprechen über die Familie und ihre Anlagerungen, das soziale Moos aus gescheiterten und gar nicht erst zustande gekommenen Ehen, aus Verwandten und Rivalen und Anschlägen, wäre uferlos, säße es nicht fest in einer Kathedrale, so wie Diamanten über ihren Ringen in Kathedralen eingespannt sein können. Eine Form der Fixierung auf der Basis von Kunst & Handwerk - Hila Blum beherrscht sie. [...]. Das macht den "Besuch" großartig: Nicht gnädig, sondern grausam ist Nilis Perspektive, wenn der Verlobte am Superformat seiner Balz scheitert. Das schildert der Roman ohne fromme Floskeln.«   

Stuttgarter Nachrichten


»Sehr subtil untersucht die Autorin die Ringe der Vergangenheit, die sich in all den Jahren um diese Familie gelegt haben. Bildstark sind Blums Szenen.«   

emotion


»Die intensive Sezierung einer Beziehung: klug, einfühlsam, poetisch - und nahe am Abgrund.«   

Hamburger Morgenpost


»Hila Blum legt mit "Der Besuch" einen großartigen Debütroman vor, der vor Poesie und kluger Beobachtungsgabe strotzt, in leisen aber wortgewaltigen Tönen. [...]. Ein feinsinniger, kluger, sprachgewaltiger Roman. Einfach großartig!«   

Kommentare zum Buch
1.
Tracy H. am 17.09.2014 - 14:11:02

Nati und Nili leben mit den beiden Töchtern Dida und Asia in Israel. Diese sind in den Sommerferien beide eine Zeit lang nicht da. So haben Nati und Nili Zeit zusammen, mal ganz allein. Aber kommen sie auch wieder ohne die dauerhafte Anwesenheit ihrer Kinder zurecht? Spüren sie noch eine Verbundenheit zueinander?   In diesem Sommer kündigt sich zudem ein Besuch an, jemand der ihnen vor Jahren aus einer finanziellen Notlage geholfen hat, als sie, noch frisch verliebt, in Paris waren. Was möchte er von ihnen, nach all den Jahren?     Cover: Auf dem Cover sind viele Tauben. Diese sollen eventuell die Freiheit symbolisieren. Freiheit über seine eigenen Gedanken, oder vielleicht endlich mit jemanden offen reden zu können. Wie die Brieftauben, die als Vermittler zwischen zwei Menschen fungieren. Das Cover ist durch den weißen Hintergrund sehr schlicht gehalten und ansprechend.     Schreibstil: De Schreibstil ist schwierig zu beschreiben. Die Autorin Hila Blum, gibt sich nicht mit langweiligen Sätzen ab. Sie sind stattdessen oft ausgeschmückt, detailliert und an anderen Stellen kurz und manchmal fast schon zu prägnant.   Die Geschichte springt zwischen Nilis Vergangenheit und der Gegenwart hin und her. Nicht selten laufen auch ihre Vergangenheitsgedanken nicht chronologisch in einer Reihenfolge ab, was gerade zu Beginn, interessant aber auch sehr anstrengend ist.   Der Sprung durch die Zeit bewirkt, dass man sich diesem vertraut fühlt. Wie oft schweifen wir in unserer Gegenwart immer mal wieder zu verschiedenen vergangenen Szenen unseres Lebens? Diese Tatsache aber in einem Buch vorzufinden, kann auch ermüdend sein und hemmt den Lesefluss doch das ein oder andere Mal.     Charaktere: Die Figur die man am besten kennen lernt ist Nili. Da man ja immer in ihrem Kopf ist. Sie hat sehr interessante Gedankengänge, diese sind aber leider zu oft durch emotionale Unsicherheit geprägt. Sie stellt ihr Leben und das Zusammenleben mit ihrer Familie, besonders im Hinblick auf ihre Beziehung zu Nati, ständig in Frage und wirkt dadurch sehr unzufrieden. Sie ist auch voll von versteckten Anschuldigungen. Über ihr Leben zu erfahren wirkt daher oft erdrückend und lähmend. Über ihren Mann, Nati, erfährt man am wenigstens. Gern hätte ich mehr von seiner Perspektive aus, eine Sicht auf die Dinge gehabt.   Nilis Mutter Hanna, ihre Schwester Uma und Asia sind nur Nebenrollen, von denen man dann und wann etwas erfährt, aber aus meiner Sicht noch tiefgehender darauf eingegangen werden könnte. Dida ist eine interessante Persönlichkeit, auch weil sie so seltsame Hobbys hat. Es ist schwierig das Verhältnis zwischen Nili und ihr zu verstehen. Gerade die Charaktere von Nili und Dida sind sehr gut ausgearbeitet. Auch wenn ich persönlich Nili sehr unsympathisch finde… Gern hätte ich noch mehr über Uma und ihr Leben erfahren. Auch, ob Nati tatsächlich so gehandelt hat, wie Nili jahrelang vermutete, wird nicht aufgeklärt.     Meine Meinung:     „Der Besuch“ ist Hila Blums Erstlingswerk, wobei ich gleich erwähnen muss, dass der Besuch an sich und auch der Klappentext in dem dieser erwähnt wird, doch sehr irreführend sind. Die Geschichte um den Herrn Duclos, also dem französischen Besucher, wird nur zu Beginn und am Ende des Buches aufgeführt. Alles was zwischen diesem Abschnitt liegt, hat fast nichts damit zu tun. Es geht insgesamt tatsächlich nur um Nilis Leben, und wie sie es erlebt, mit allen Emotionen die dazu gehören.   Wer also wie ich eine aufgeregte Geschichte rund um den Besuch mit Intrigen, spannenden Ansichten und Geheimnissen erwartet hat, ist mit diesem Buch eher schlecht bedient.   Wem hingegen es gefällt, tief in die unterschiedlichen Abgründe und verborgenen Gedanken die über das offensichtliche eines Protagonisten hinausgehen, einzutauchen, der wird seine Freude hieran haben. „Der Besuch“ besticht eher durch Tiefgründigkeit, Unaufgeregtheit und unterschwelliger Spannung und ist somit für anspruchsvolle Leser.   Da ich mich eher zu der ersten Kategorie zähle, konnte ich wohl die wahre Schönheit dieses Buches nur teilweise für mich übernehmen, weshalb es von mir nur als mittelprächtig angesehen wird und wohl schnell vergessen wird. Ich bewerte es mit 3 Sternen.  

2. Die zarten Seelenpflanzen einer Familie.
Hauke Harder am 08.09.2014 - 17:45:35

Der Debütroman „Der Besuch“ von Hila Blum spielt zwischen einer äußeren Welt und der in Teilen abgeschotteten Innenwelt. Den zarten Seelenpflanzen einer Familie. Es ist ein Roman, der sprachlich und durch kluge Bilder dem Leser gleich suggeriert, daß die Spannungen im Verborgenen, in dem Unausgesprochen, liegen. Die kleinen alltäglichen Wunden, die mehr verletzen können als jene, die durch Bombenattentate auf den Straßen Menschenleben fordern. Das brutale Äußere steht dem verletzten Familienleben gegenüber und es wird nach Möglichkeit ohne viel darüber zu sprechen weitergelebt… Das Buch wurde von Zeruya Shalev bejubelt, von der Presse gefeiert und ist ein emotionaler, gefühlvoller sowie glasklarer Blick in die Seelenwelt von Weltenmenschen. Siehe: leseschatz.wordpress.com/2014/09/08/der-besuch/

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