864 Seiten.
Gebunden
ISBN-13: 9783827005397
Erscheinungstermin: 17. März 2006
Nach Harmonia Caelestis das zweite Hauptwerk Esterházys auf Deutsch. Die Einführung in die schöne Literatur
ist eine Ikone der modernen Literatur, ein offenes Kunstwerk aus
textlichen und visuellen Verflechtungen, ganz aus dem Geist von Borges’
Bibliothek von Babel.
»Dieses Buch, das deutlich in der Tradition von Joyce steht ist sehr
anrührend: eine Grammatik der Gefühle, die unter die Haut geht.«
Die Welt
Als
die Einführung 1986 erschien, bedeutete dies einen Wendepunkt in
der ungarischen Literatur: Esterházy vollendete eine durch die Diktatur
zerstörte Entwicklung der Moderne schon das erste Wort des
900seitigen Buchs war eine Hommage an James Joyce , und gegen die
offizielle Ideologie brachte er eine neue Literatur in Stellung.
»Anfang 1978 sah ich plötzlich ein Gebäude vor mir, ein Texthaus,
an dem ich bis 1985 arbeitete. Zuerst fing ich an, die einzelnen Räume
zu schreiben, also die Zimmer, Säle, breiten Treppenhäuser, und so
erschienen die Vor-Bände Indirekt, Wer haftet für die Sicherheit der
Lady?, Fuhrleute, Kleine Pornographie Ungarns, Die Hilfsverben des
Herzens. Als ich damit fertig war, begann ich das große Gebäude
zusammenzustellen, baute Treppen, Querkorridore, Fenster, kleine
Gesimse. Manchmal zeigte es sich, dass das Wort zu wenig war, dann
verwendete ich Bilder oder graphische Einheiten. Immer wieder hatte
ich den Gedanken, das Ganze sei ein Hypertext, ein mehrdimensionaler
Raum.« (P. E.) Das Buch ist eine Art Enzyklopädie aus 21
selbstständigen Prosateilen, die Esterházy durch Zitate, Marginalien,
Fotos, Zeichnungen und Symbolen derart untereinander und mit der
Weltliteratur vernetzt, dass es sich zu einem offenen, unbegrenzten
literarischen Raum weitet. Der Börsenverein »ehrt mit Péter Esterházy
einen Schriftsteller,der als seine weithin vernehmbare Stimme der
Nachgeborenen die Zerstörung des Menschen durch Terror und Gewalt
und
seine Wiederauferstehung in Trauer und Ironie gestaltet« (aus der
Verleihungsurkunde des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2004
an Péter Esterházy).