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Ein Jahr
Jean Echenoz
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Roman
Aus dem Französichen von Hinrich Schmidt-Henkel

120 Seiten.   Gebunden
ISBN-13: 9783827003683

Erscheinungstermin: 1. Februar 2005

Eine junge Frau verschwindet für ein Jahr, wie herausgefallen aus der Zeit - und der Gesellschaft!
»Ein metaphysischer Thriller.« ELLE

»Jean Echenoz ist ein großer Zauberer. Seine Bücher sind angesiedelt in einem seltsamen Zwischenraum, zwischen Wirklichkeit und Illusion, im No-Man’s-Land der Irritation … Ein Jahr zeigt, dass Echenoz weit mehr ist als lediglich ein eleganter Stilist.« Frankfurter Rundschau

»So schafft es Echenoz unaufgeregt, präzise und sogar humorvoll zu beschreiben, wie sich jemand fühlt, der die westliche Gesellschaft im freien Fall durchmisst.« Der Spiegel

Eine junge Frau wacht eines Morgens neben ihrem toten Freund Félix auf. In Panik nimmt sie den erstbesten Zug, der sie nach Bordeaux führt, dann weiter an den Atlantik. Sie mietet sich ein Ferienhaus, den Ozean auf der einen, einen Golfplatz auf der anderen Seite. Sie nimmt einen Liebhaber. Als der ihre Ersparnisse raubt, setzt die unaufhaltsame Spirale des Abstiegs ein, eine pikareske Irrfahrt durch soziale Niederungen — in schmuddeligen Hotelzimmern, dann Scheunen und Abbruchhäusern, mit Bussen, dem Rad und per Autostopp. Am Ende ist sie so verwahrlost — moralisch, körperlich und in ihrer Kleidung —, dass sie nicht einmal mehr als Tramperin mitgenommen wird. Die Flucht endet an ihrem Ausgangspunkt Paris. Fast ein Jahr nach ihrem Aufbruch trifft sie in ihrem Stammbistro »Central« Félix wieder.
»Er sah blendend aus und schien keine besondere Gefühlsregung an den Tag zu legen, als er Victoire näherkommen sah.« Die Geschichte ist in ein halluzinierendes, mysteriöses Licht getaucht. Das Jahr wird in Parenthese gesetzt, ein Trompe-l’œil, herausgefallen aus dem Lauf der Zeit — und der Gesellschaft.

Am Piano
»Die Arbeit des Pianisten setzt strikte Disziplin voraus. Sie schließt jede Zerstreuung aus, die den Künstler vom Klavier fernhalten könnte. Dennoch würde auch er gerne einmal das Licht der Welt, die Süße des Lebens, die Lauheit der Luft oder die Liebe der Frauen genießen. Aber nein: ob tot oder lebendig, der Pianist muss sich zuerst seinem Publikum widmen.«

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