»Die Arbeit des Pianisten setzt strikte Disziplin voraus. Sie schließt jede Zerstreuung aus, die den Künstler vom Klavier fernhalten könnte. Dennoch würde auch er gerne einmal das Licht der Welt, die Süße des Lebens, die Lauheit der Luft oder die Liebe der Frauen genießen. Aber nein: ob tot oder lebendig, der Pianist muss sich zuerst seinem Publikum widmen.«
»Just dies liegt wohl im Begriff der Finesse: so fein zu sein, die Kunstgriffe zu beherrschen, ohne mit ihnen zu protzen. Ingeniös spielt Echenoz, der um die Tiefe von Oberflächen weiß, mit seinen Lesern.«
Süddeutsche Zeitung
»Noch nie hat Echenoz die Gattungsparodien, für die er bekannt ist sein Roman Ich gehe jetzt etwa ist ein lupenreiner Antiabenteuerroman so weit getrieben wie jetzt in Am Piano.« taz
»Echenoz mixt einen seiner umwerfenden Genrecocktails, der die Künstlervita mit Elementen des Liebes-, Agenten- und Reiseromans versetzt.« Die Welt
»Am Piano parodiert den Künstlerroman. Als wäre es eine Antwort auf Christian Gaillys Ein Abend im Club, geht es um die Wahl zwischen Paradies und Hölle.« Berliner Zeitung
Max Delmarc, der erfolgreiche 50-jährige Pianist, hat noch 22 Tage zu leben. Aber für jeden großen Künstler gibt es ein Leben nach dem Tod, und war Maxens Leben selbst nicht eher die Hölle? Diese tägliche Angst vor dem gefräßigen Rachen des Pianos, täglich nur im Alkohol zu ertränken, und auf die Bühne musste er von Bernie, seinem Aufpasser, förmlich gestoßen werden, bevor er sein Publikum verzauberte. Ein Leben, ganz der Kunst gewidmet, ist wie eine Schattenexistenz, in der Frauen, beispielsweise, nur als Fantome auftreten ... wie Rose, die unerreichbare Liebe vom Konservatorium, die Max noch dreißig Jahre später in einer entgegenkommenden Metro zu erkennen glaubt. (Aber versuchen Sie mal, jemanden mit der Metro zu verfolgen.) Nach einem nächtlichen Überfall landet Max im Purgatorium (vulgo: einem großstädtischen Krankenhaus), und das Urteil wird gesprochen, gegen das keine Berufung möglich ist: Entlassung in ein neues Leben in einer paradiesischen Parklandschaft oder - wie für Max - in der »städtischen Zone«, die Paris nicht unähnlich sieht und die wir Lebenden auch Hölle nennen. Nachdem Echenoz die Muster des Abenteuer- (Die großen Blondinen) und Liebesromans (Ich gehe jetzt) unterlaufen hat, spielt er in Am Piano mit dem Übernatürlichen und dem Künstlerroman - wie eine verschobene Antwort auf Gaillys Abend im Club.